aufschließen

auf|schlie|ßen ['au̮fʃli:sn̩], schloss auf, aufgeschlossen:
1. <tr.; hat mit einem Schlüssel öffnen /Ggs. zuschließen/: die Tür aufschließen.
Syn.: aufmachen, aufsperren.
2. <itr.; hat den Abstand besonders zwischen Autos oder Marschierenden so verringern, dass sie sich direkt hintereinander befinden:
ihr müsst mehr aufschließen.
Syn.: aufrücken, nachrücken.

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auf||schlie|ßen 〈V. 220; hat
I 〈V. tr.〉
1. mit Schlüssel öffnen (Tür, Schubfach)
2. 〈Bgb.〉 abbaureif machen (Mine)
3. 〈Chem.〉 in wasserlösl. Stoffe umwandeln (wasserunlösl. Stoffe)
4. 〈fig.〉 zugänglich machen, (für bestimmte Eindrücke) aufnahmebereit machen
● Erde \aufschließen aufbereiten, zerkleinern; er schloss ihr sein Herz auf 〈fig.〉 öffnete ihr sein Herz, vertraute sich ihr an; die Verdauungssäfte schließen die Nahrung auf lösen sie auf, wandeln sie chemisch um
II 〈V. refl.〉 sich anvertrauen, andere am eigenen Erleben teilnehmen lassen, sich öffnen
III 〈V. intr.〉 = aufrücken (1); →a. aufgeschlossen

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auf|schlie|ßen <st. V.; hat:
1. durch Betätigen eines Schlosses öffnen, zugänglich machen:
den Schrank, die Haustür [mit einem Nachschlüssel] a.;
sie hat mir [das Zimmer] aufgeschlossen;
Ü der Lehrer hat den Schülern den Sinn des Gedichts aufgeschlossen (geh.; erklärt);
eine neue Welt schloss sich ihr auf (tat sich ihr auf, erschloss sich ihr).
2. (geh.) offenbaren; mitteilen:
jmdm. sein Herz, sein Inneres a.
3.
a) aufrücken; den Abstand zu jmdm., der einen Vorsprung hat, verringern, beseitigen:
bitte a.!;
der Fahrer schloss zum Hauptfeld auf;
b) (Sport) einen führenden Spieler, eine führende Mannschaft einholen, erreichen:
mit diesem Sieg schloss die Mannschaft zur Spitzengruppe auf;
Ü weitere Reformen sind in China unerlässlich, um zu den Industriestaaten des Westens aufzuschließen.
4. (Amtsspr.) an die öffentlichen Versorgungsanlagen anschließen:
einen Distrikt [für die Bebauung] a.
5. (Chemie, Biol.) löslich machen; auflösen:
Eiweiß a.;
die Nahrung wird im Magen aufgeschlossen.
6. (Bergbau) für den Abbau erschließen, abbaureif machen:
Uranvorkommen a.
7. (Hüttenw.) durch Zerkleinern aufbereiten:
Erze a.

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aufschließen,
 
1) Bergbau: eine Lagerstätte durch Schächte, Stollen, Strecken zugänglich und abbaufähig machen.
 
 2) Chemie: schwer lösliche Stoffe in wasser- oder säurelösliche Verbindungen überführen.
 
 3) Keramik: verfestigten Ton in seine Mineralteilchen auflösen.

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auf|schlie|ßen <st. V.; hat: 1. durch Betätigen eines Schlosses öffnen, zugänglich machen: den Schrank, die Haustür [mit einem Nachschlüssel] a.; Sie stürmte fast aus dem Kino, da sie zuerst noch das Fahrrad a. musste (Alexander, Jungfrau 90); sie hat mir [das Zimmer] aufgeschlossen; Ü der Lehrer hat den Schülern den Sinn des Gedichts aufgeschlossen (geh.; erklärt); eine neue Welt schloss sich ihr auf (tat sich ihr auf, erschloss sich ihr). 2. (geh.) offenbaren; mitteilen: jmdm. sein Herz, sein Inneres a. 3. (Bergbau) für den Abbau erschließen, abbaureif machen: Uranvorkommen a. 4. (Hüttenw.) durch Zerkleinern aufbereiten: Erze a. 5. (Chemie, Biol.) löslich machen; auflösen: Eiweiß a.; die Nahrung wird im Magen aufgeschlossen. 6. (Amtsspr.) an die öffentlichen Versorgungsanlagen anschließen: einen Distrikt [für die Bebauung] a.; Diese Ersatzgrundstücke waren nicht aufgeschlossen und mussten erst mit einer umfangreichen Infrastruktur versehen werden (profil 17, 1979, 34). 7. a) aufrücken; den Abstand zu jmdm., der einen Vorsprung hat, verringern, beseitigen: bitte a.!; eine 10-köpfige Verfolgergruppe schloss zum führenden Radrennfahrer auf; Mein Vordermann war hinter einer Baracke verschwunden; ich rannte, um zu ihm aufzuschließen (Kant, Aufenthalt 33); b) (Sport) einen führenden Spieler, eine führende Mannschaft einholen, erreichen: mit diesem Sieg schloss die Mannschaft zur Spitzengruppe auf; Der DDR-Sportler ... würde mit einem erneuten Gesamterfolg zu den dreifachen Siegern Björn Wirkola (Norwegen) und Helmut Recknagel (DDR) a. (BNN 30. 12. 85, 5); Ü weitere Reformen seien in China unerlässlich, um zu den Industriestaaten des Westens aufzuschließen (MM 17./18. 1. 87, 2).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Aufschließen — Aufschließen, verb. irreg. act. (S. Schließen.) 1. * Auf einander schließen, doch nur bey den Hutmachern, welche die Fache aufschließen, wenn sie selbige an den Rändern zusammen filzen, und mit einander verbinden. 2. Mit dem Schlüssel öffnen. 1)… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • aufschließen — V. (Mittelstufe) etw. mit einem Schlüssel öffnen Synonyme: aufmachen, aufsperren (SD, A) Beispiel: Die Mutter hat uns aufgeschlossen. Kollokation: einen Koffer aufschließen …   Extremes Deutsch

  • Aufschließen — Aufschließen, 1) (Bergb.), ein Feld od. Gebirge, bergmännisch zu bearbeiten anfangen; 2) (Kriegsw.), von geöffneten Gliedern dicht aneinander treten; 3) (Chem.), Silicate durch Salzsäure zersetzbar machen …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Aufschließen — Aufschließen, eine in den gewöhnlichen Lösungsmitteln unlösliche Substanz einer Behandlung unterwerfen, durch die alle oder fast alle Bestandteile in Wasser löslich werden. Dies geschieht z. B. bei Silikaten durch Behandeln mit Säuren oder… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Aufschließen — Aufschließen, 1. im Bergbau s.v.w. eine Lagerstätte erschließen oder vorrichten (s. Vorrichtung), d.h. durch bergmännische Baue untersuchen und zum Abbau vorbereiten; 2. in der Aufbereitung s.v.w. zerkleinern, und zwar miteinander verwachsene… …   Lexikon der gesamten Technik

  • aufschließen — auf·schlie·ßen (hat) [Vt/i] 1 (etwas) (mit etwas) aufschließen ein Schloss mit einem Schlüssel öffnen ↔ abschließen <eine Tür, eine Kasse, ein Haus aufschließen>; [Vi] 2 nach vorne rücken und so die Lücken in einer Reihe schließen ≈… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • aufschließen — 1. aufmachen, öffnen, zugänglich machen; (landsch., bes. südd., österr.): aufsperren; (geh. veraltend): auftun. 2. sich anschließen, auffahren, aufrücken, den Abstand verringern, einholen, nachrücken. * * *… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • aufschließen — auf|schlie|ßen vgl. aufgeschlossen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Verdauung: Aufschließen und Bereitstellen —   Die Verdauung von Nahrungsstoffen ist in erster Linie ein hochkomplizierter Trennungsvorgang. Um den Körper mit Wasser, Energie und anderen für alle Lebensprozesse notwendigen Stoffen zu versorgen, muss die zugeführte Nahrung zerkleinert und… …   Universal-Lexikon

  • öffnen — anbrechen; anfangen; aufmachen; umbetten; exhumieren; ausbetten * * * öff|nen [ œfnən]: 1. a) <tr.; hat bewirken, dass etwas offen ist /Ggs. schließen/: die Tür, das Fenster öffnen; die Fensterläden, das Schiebedach, eine Schublade öffnen; ein …   Universal-Lexikon

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